Dies ist ein Liebesbrief…

… an die Ausdrucksstärke, das energetische Spiel und den Grenzübertritt.Stefanie Reinsperger gibt auf der Bühne alles, wirklich alles: Schweiß, Rotz, Tränen, Spucke, Stimme, Körper, Tempo, extrem laute und extrem leise Töne. Im Publikum spüren wir, dass sie es liebt zu spielen. Zumindest ist es das, was sie uns kraftvoll transportiert. Wenn sie in Handkes Selbstbezichtigung (Regie: Dušan David Pařízek ) am Bühnenrand sitzt und jede Person im Publikum mit ihrem Blick direkt zu adressieren scheint. Wenn sie in Nora³ (Regie: Dušan David Pařízek) die Tarantella tanzt, sich gegen Wände wirft und alles zerrinnt und fließt.

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CALL FOR ABSTRACTS fiber #25

** English  version below **

** version castellano abajo**

Da geh ich nicht rein. Da darf ich nicht rein. Da will ich nicht rein. Da pass’ ich nicht rein. Da kann ich nicht rein. Da will ich hinein. Da muss ich hinein. Da will ich raus. Da muss ich raus. Bin ich hier sicher? Habe ich hier Rechte? Da fehlt doch was.

Ob öffentlich oder privat, ob analog oder digital: Wir wollen Raum erkämpfen und Platz schaffen, Barrikaden besteigen und Barrieren niederreißen Nationale Grenzen von der Landkarte und aus den Köpfen! Persönliche Grenzen ziehen, Kategorien und Identitäten verwerfen und_oder entwerfen und strategisch verwenden. Handlungsräume erobern, den Rahmen sprengen und Viele werden.

Wir verschaffen uns Zutritt, den uns andere verwehren wollen.

Wissensraum, Schutzraum, Raumschiff. Räume, die es einmal gab. Räume, die es vielleicht bald nicht mehr geben wird. Muss Raum verwertbar sein? Wo gibts noch Denkräume? Ist der Denkraum umsonst?

Zu dir oder zu mir? Lass uns Spielräume entdecken. Treffen wir uns im Queerspalt? Träumen von gemeinschaftlichen, widerständigen, aktivistischen, utopischen Räumen. Utopie, ein Nicht-Ort? Ein Sesselkreis hebt keine Differenzen auf ausgesetzte Körper? Legal, illegal, scheißegal? Wer räumt hier auf?

Wie eignet ihr euch Raum an? Wie nehmt ihr Raum weg? Wem nehmt ihr Raum weg? Wie wird euch Raum weggenommen? Gehst du weg, wo du herkommst? Kannst du zurück? Willst du zurück? Gibt’s ein Zurück? Muss ich mich entscheiden? Kann ich beides haben? Kann ich mir das leisten? Ist’s woanders wirklich besser? Fühl ich mich hier wohl? Verstehst du mich? Siehst du mich? Hörst du mich? Kann ich hier sprechen? Kann ich dir zuhören? Wie siehst du mich? Wer sieht mich?

Im Queerspalt ist es un_heim(at)lich.

 

Wir freuen uns auf Eure Einsendungen für die #25 der fiber!

Abstracts zu Bildern, Texten, Bastelanleitungen, Comics und Interviews, die sich mit den unterschiedlichen Formen, Auseinandersetzungen, deinen Gedanken zum Thema Räume beschäftigen, bitte bis 06. Mai 2016 an ulli[at]fibrig.net schicken!

Die Deadline für fertige Artikel, Bilder, Comics, Interviews, Bastelanleitungen etc. ist der 12. Juni 2016.

fibrige Grüße,
eure fibretten

 

 

** English version **

 

Call for Abstracts fiber #25 topic Räume | Spaces

 

Here I won’t enter. Here I’m not allowed to come in. I don’t want to go in there. I don’t fit in. I cannot enter. I want to go in there. I must enter. I want to leave. I must leave. Am I safe here? Do I have rights here? Something is missing here.

 

If public or private, if analogue or digital: we want to fight for space and create space, mount barricades and tear down barriers national borders erased from the map und out of our minds! We want to draw personal lines, discard categories and fixed identities in order to design them anew and use them strategically. To conquer spaces of action, break the mould and become many. We gain access which others refuse us to be granted.

 

Space of knowledge, safe space, spaceship. Spaces that once existed. Spaces that will soon cease to exist. Does space need to be utilisable and profitable? Is there still conceptual space somewhere?

 

Your place or my place? Let’s discover playgrounds together. Meet me in the queergap? Dreaming of collaborative, resistant, activist and utopian spaces. Utopia, a no-place? A circle of chairs doesn’t dissolve differences – exposed bodies? Legal, illegal, do we give a shit? Who decides here?

How do you appropriate space? How do you take away space? Who do you take away space from? How is space taken away from you? Did you walk away from where you come from? Can you go back there? Do you want to return? Is there a return? Do I have to decide? Can I have both? Can I afford it? Is it really better somewhere else? Do I feel at ease here? Can you understand me? Can you see me? Can you hear me? Can I speak here? Can I listen to you? How do you perceive me? Who is aware of me?

It’s uncanny* in the queergap.

 

(*uncanny in the sense of unheimlich, hence the negation of homely; also, unfamiliar and eerie)

 

We are looking forward to receiving plenty of contributions for fiber #25!

 

Send us your abstracts on pictures, texts, handicraft instructions, comics and interviews – all of which are meant to be dealing with the different shapes of, examinations and/or your thoughts on the topic of Räume(Spaces). To be submitted until the 6th May, 2016 on ulli[at]fibrig.net. Thanks!

 

Fibery greetings

the fibrettes

***version castellano***

No entro aquí. No tengo permiso de entrar. Aquí no quiero entrar. No cabo. No puedo entrar. Aquí quiero entrar. Tengo que entrar. Aquí quiero salir. Tengo que salir. Estoy segur(a) aquí? Tengo derechos aquí? Falta algo.

Si en público o privado, análogo o digital – queremos luchar por, o sea crear, un lugar. Queremos echarnos a la calle y derribar las barreras – ¡fronteras nacionales fuera de la mapa y fuera de las cabezas! Creando límites personales, desechar categorías e identidades y_o creándolas y usándolas de manera estratégica. Ocupando cuartos de acción, rebasándo los límites y siendo muchos.

Conseguimos lo que nos prohiben, conseguimos el derecho a entrar.

Un espacio de conocimientos, un refugio, una nave espacial. Lugares que había una vez. Lugares que tal vez dejarán de existir. ¿Un lugar debe ser utilizable? ¿Dónde se encuentra lugares conceptuales aún?

¿Tu casa o mi casa? ¡Vamos! – Descubrimos espacios para jugar. ¿Nos encontramos en la rendija_queer? Soñando con espacios comunales, rebeldes, activistas, utópicos. ¿Utopía como no-lugar? Cuerpos expuestos. Legal, ilegal, me importa un huevo? ¿Quién manda?

¿Cómo os apropriáis del espacio? ¿Cómo lo ocupáis? ¿A quién le quitáis su espacio? ¿Cómo os quitan el espacio a vosotros? ¿Te vas de donde te fuiste? ¿Puedes volver? ¿Quieres volver? ¿En realidad hay una vuelta? ¿Tengo que tomar una decisión? ¿Me conceden las dos opciones? ¿Puedo permitírmelo? ¿Verdaderamente es mejor quedándose en otro lugar? ¿Me siento bien aquí? ¿Me entiendes? ¿Me ves? ¿Me oyes? ¿Se puede hablar aquí? ¿Puedo escucharte? ¿Cómo me ves? ¿Quién me ve? Es inquietante* en la rendija_queer.

*inquietante en el sentido de unheimlich, es decir la negación de acogedor; o sea, no familiar, desconocido y espeluznante.

¡Nos alegramos de vuestros envíos para la fiber #25!

Vuestros extractos de ilustraciones, fotos, textos, instrucciones para hacer manualidades, comics, entrevistas. – Todos ellos suelen tratar de las formas multiples, vuestros análisis, vuestros pensamientos en cuanto al tema de „Räume“ (espacios). Por favor, enviad vuestras obras a ulli[at]fibrig.net antes del 6 de Mayo de 2016.

Saludos fiberentes,

las fibretas

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Tagebücher als historische Quellen [Rezension]

Persönliches Schreibinteresse, Ausnahmezustände, das Bedüfnis die eigenen Gedanken festzuhalten und noch viele weitere Gründen können zu dem Wunsch führen mehr oder weniger regelmäßig Tagebuch zu schreiben. Tagebücher können jedoch nicht als eine rein private Form des Schreibens angesehen werden. Vielmehr sind sie direkt oder indirekt an ein Publikum gerichtet. Oder erhalten sogar einen eigenen Namen, wie beispielsweise Anne Frank ihr Tagebuch mit dem Namen Kitty versehen und ihre Schreibunterlage so in den Personenstand erhoben hat. Die normativ-klassische Aufteilung in privat und öffentlich hebt sich auch dahingegehend auf, da Themen, Ereignisse und Begebenheit der sogenannten öffentlichen Sphäre auch in Tagebücher Einzug findet und darin diskursiv verhandelt werden bzw. finden sich in Tagebüchern eine immanent gesellschafts_politische Verhandlung von sozialen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren und deren Einfluss und Diskussion durch die Schreibenden.

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Das aktionstheater ensemble spielt im WerkX Kein Stück über Syrien

Kein Stück über Syrien ist eine Satire auf die österreichische Selbstinszenierung als vermeintliche „Willkommenskultur“. In der Inszenierung geht es wirklich nicht um Personen, die aus Syrien oder anderen Ländern geflohen sind, und schon gar nicht darum, was es für diese Personen heißt auf der Flucht zu sein. Vielmehr verhandeln die Figuren auf der Bühne die Selbstbestätigung, die sie beim Engagement für Refugees gesucht wird. Aus einer weißen, europäischen Perspektive über Flucht zu sprechen ist schwierig, um nicht zu sagen problematisch. Es stellt sich die Frage, ob dies adäquat und würdevoll nur im Dialog mit Menschen geschehen kann, die diese Erfahrung machen mussten.

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literatur_medienwissenschaftliche Nachwuchskonferenz DINN_A*

Nächste Woche findet in Wien die literatur_medienwissenschaftliche Nachwuchskonferenz DINN_A* statt, die sich mit Normen, Normierungsprozessen und deren Brüchen in Narrativen und Disziplinen beschäftigt.

dinn_a_logo-lilaFacts:
03.09.2015 19:00 Uhr Keynote Eveline Kilian (HU Berlin), Aula Campus AAKH – Übersetzung in ÖGS
04.09.2015 09:00-17:00 Uhr Nachwuchskonferenz, Institut für Germanistik, Universität Wien
04.09.2015 19:30 Uhr Lesung Lilly Axster in der Buchhandlung ChickLit, Kleeblattgasse 7
05.09.2015 10:00-18:00 Uhr Nachwuchskonferenz, Institut für Germanistik, Universität Wien
Alle Räume sind barriefrei zugänglich. Die Toiletten folgen keiner binären Geschlechtertrennung. Das WC im ChickLit ist leider nicht barrierefrei.

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Die Karotte vor der Nase? Wissenschaftlicher Nachwuchs zwischen Prekarisierung und Institutionalisierung (Workshop & Input im Rahmen 3. ÖGGF Jahrestagung)

Im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung (ÖGGF) in Klagenfurt findet am 21.09. von 09:00 bis 13:00 Uhr ein Workshop sowie Input statt, die sich mit der Frage nach und der Auseinandersetzung mit dem Konstrukt „wissenschaftlicher Nachwuchs“ beschäftigen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich eine AG Nachwuchs innerhalb der Strukturen der ÖGGF verorten und welche Aufgaben diese AG übernehmen kann. Eingeladen sind alle, die sich dem Konstrukt des wissenschaftlichen Nachwuchs zugehörig fühlen.

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Über den möglichen Umgang mit homophoben Alltäglichkeiten

Ich gehe mit meiner Freundin* auf der Straße. Blick ins Gesicht. Blick auf unsere verschränkten Hände. Entsetzter Blick ins Gesicht. Ich sitze mit meiner Freundin* im Bus. Wir plaudern. Lachen. Geben uns einen Kuss (Note: Zwei Lippenpaare, die sich kurz treffen[1]). Kommentar von hinten (sinngemäß) „Und die armen Männer bleiben über.“ Bewusst kein Sternchen gesetzt, die Person denkt wahrscheinlich nicht mit Sternchen. Auch ich habe Vorurteile. Ich steige mit meiner Freundin* in dem Haus, in dem ich wohne, in den Aufzug. Der Nachbar*, der sonst auf mein „Hallo“ oder „Guten Tag“ immer nur mit einem schiefen Blick reagiert, grüßt uns freundlich. Wünscht uns einen schönen Abend. Habe ihn danach auch alleine getroffen. Auf mein „Hallo“ wieder nur ein schiefer Blick. Ich gehe mit meiner Freundin* tanzen. Wir versuchen es zumindest, sind wir doch mehr damit beschäftigt Männer*, die uns zu nahe kommen, abzuwehren.

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